
Ian Bostridge
25. Dezember 1964 - London (England)
© Simon Fowler
Über
Ian Bostridge war Postdoktorand in Geschichte am Corpus Christi College, Oxford, bevor er eine Vollzeitkarriere als Sänger begann. Seine internationale Rezital-Karriere umfasst die wichtigsten Konzertsäle der Welt sowie die Festivals in Salzburg, Edinburgh, München, Wien, Aldeburgh und Schubertiade. 1999 hatte er die Uraufführung eines für ihn von Hans Werner Henze geschriebenen Liederzyklus. 2003/04 hatte er künstlerische Residenzen im Wiener Konzerthaus und bei der Schubertiade Schwarzenberg, 2004/2005 teilte er sich eine Carte-Blanche-Reihe mit Thomas Quasthoff im Amsterdamer Concertgebouw, 2005/2006 hatte er seine eigene Perspectives-Reihe in der Carnegie Hall und 2008 im Barbican, London.
Sein Operndebüt gab er 1994 als Lysander in Brittens A Midsummer Night's Dream mit Opera Australia beim Edinburgh Festival. 1996 debütierte er an der English National Opera als Tamino und kehrte für die Rolle des Jupiter in Semele zurück. 1997 sang er Quint in Deborah Warners preisgekrönter Produktion von Brittens The Turn of the Screw für die Royal Opera und kehrte seitdem für Caliban in Adès’ The Tempest, Don Ottavio in Don Giovanni unter Pappano und Vasek in The Bartered Bride unter Haitink zurück. 1998 gab er sein Debüt beim Münchner Festival als Nerone in David Aldens Produktion von L'Incoronazione di Poppea und kehrte für Tom Rakewell in The Rake’s Progress sowie den männlichen Chor in The Rape of Lucretia zurück. Er sang Janaceks Diary of one who Vanished in einer neuen Übersetzung von Seamus Heaney, inszeniert von Deborah Warner in London, Paris, München, Amsterdam und New York. Zuletzt sang er Don Ottavio an der Wiener Staatsoper und seinen ersten Aschenbach in einer neuen Produktion von Death in Venice für die English National Opera, die auch an der Monnaie in Brüssel und in Luxemburg zu sehen war. Er wird Aschenbach bei seinem Debüt an der Mailänder Scala singen.
Seine Aufnahmen umfassen Schuberts Die schöne Müllerin mit Graham Johnson (Gramophone Award 1996), Tom Rakewell mit Sir John Eliot Gardiner (Grammy Award 1999) und Belmonte mit William Christie. Unter seinem Exklusivvertrag mit EMI Classics hat er Schubert-Lieder und Schumann-Lieder (Gramophone Award 1998), englische Lieder und Henze-Lieder mit Julius Drake, Brittens Our Hunting Fathers mit Daniel Harding, Idomeneo mit Sir Charles Mackerras, Janacek mit Thomas Adès, Schubert mit Leif Ove Andsnes, Mitsuko Uchida und Antonio Pappano, Noel Coward mit Jeffrey Tate, Britten-Orchesterzyklen mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle, Wolf mit Pappano, Bach-Kantaten mit Fabio Biondi, Brittens Canticles und Brittens The Turn of the Screw (Gramophone Award 2003) sowie Händel-Arien mit Harry Bicket aufgenommen.
Seine Konzertengagements umfassen die Berliner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker, Chicago Symphony, Boston Symphony, London Symphony, London Philharmonic, BBC Symphony, Rotterdam Philharmonic, Royal Concertgebouw, New York Philharmonic und Los Angeles Philharmonic Orchester sowie das Orchester der Metropolitan Opera unter Sir Simon Rattle, Sir Colin Davis, Sir Andrew Davis, Seiji Ozawa, Riccardo Muti, Mstislav Rostropovich, Daniel Barenboim, Daniel Harding, Donald Runnicles, James Levine und Antonio Pappano.
2001 wurde er zum Ehrenmitglied des Corpus Christi College, Oxford, gewählt und 2003 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Musik von der Universität St Andrews. Er wurde im Neujahrsehren 2004 zum CBE ernannt. Er ist mit der Autorin und Literaturkritikerin Lucasta Miller verheiratet. Sie leben mit ihren zwei Kindern in London.