
Sir Georg Solti
21. Oktober 1912 - Budapest (Ungarn) — 5. September 1997 - Antibes (Frankreich)
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Über
Der bedeutende, in Ungarn geborene englische Dirigent Georg (eigentlich György) Solti studierte Klavier und Komposition bei Ernst von Dohnányi, Zoltán Kodály, Béla Bartók und Leó Weiner an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest und gab sein erstes Konzert im Alter von 12 Jahren.
Georg Solti begann 1930 als Assistent an der Budapester Oper zu arbeiten und war dort von 1934 bis 1939 Musikdirektor. In den Sommern 1936 und 1937 war er Assistent von Arturo Toscanini beim Salzburger Festspiel, eine Begegnung, die einen tiefen Eindruck auf den jungen Musiker hinterließ. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte er nach Zürich und setzte seine Karriere als Pianist fort. 1942 gewann er den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb in Genf.
Georg Soltis Karriere begann wirklich erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Fast 25 Jahre lang konzentrierte er sich ganz auf die Leitung von Opern. Er war von 1947 bis 1951 Chefdirigent der Münchner Oper und von 1952 bis 1961 der Frankfurter Oper. Covent Garden erlebte während seiner Amtszeit als Musikdirektor (1961–1971) eine Blütezeit. 1951 dirigierte er erstmals in Salzburg (Mozarts Idomeneo). Ende der 1950er Jahre nahm er seine ersten Aufnahmen auf, z. B. Der Ring des Nibelungen von Wagner mit den Wiener Philharmonikern. 1961 wurde er zum Musikdirektor des Los Angeles Philharmonic Orchestra ernannt, arbeitete in dieser Position jedoch kaum, da die Orchesterleitung ohne seine Zustimmung einen Assistenten ernannte (der Assistent war niemand anderes als Zubin Mehta!).
1969 übernahm Georg Solti die Leitung des Chicago Symphony Orchestra, womit seine zweite Karriere als Orchesterleiter begann. Dieses Amt bekleidete er bis 1991. Von 1972 bis 1975 war er zudem Leiter des Orchestre de Paris. 1973 ernannte ihn Rolf Liebermann zum musikalischen Berater der Pariser Oper. Von 1979 bis 1983 war er Direktor des London Philharmonic Orchestra. 1983 dirigierte er anlässlich des hundertsten Todestages von Richard Wagner Der Ring des Nibelungen in Bayreuth, erreichte dabei jedoch nicht seine sonst gewohnte hohe Qualität. Er brilliert vor allem im deutsch-österreichischen postromantischen Repertoire und in zeitgenössischer ungarischer Musik (Béla Bartók, Kodály). 1992 übernahm er von Herbert von Karajan die künstlerische Leitung der Salzburger Osterfestspiele (bis 1994). 1995 war er künstlerischer Berater des Festivals, das das Schleswig-Holstein Musik Festival ersetzte.
Georg Solti führte zahlreiche Uraufführungen durch, darunter Werke von Gilbert Amy D'un espace deployé (1973), Boris Blacher Requiem (1959) und Collage for Orchestra (1968), David Del Tredici Final Alice (1976), Gottfried von Einem Philadelphia Symphony (1961), Hans Werner Henze Heliogabalus Imperator (1972), Rolf Liebermann L'Ecole des femmes (zweite Fassung) (1957), Witold Lutosławski Symphony No. 3 (1983), George Rochberg Symphony No. 5 (1986) und Iannis Xenakis Noomena (1976).