Foto von Francis Poulenc
Komponist
Klavier

Francis Poulenc

7. Januar 1899 - Paris (Frankreich) — 30. Januar 1963 - Paris (Frankreich)

Über

Poulenc personifiziert den französischen Geist. In eine reiche Familie geboren, wurde das begabte Kind von Ricardo Vines im Klavierspiel unterrichtet und besuchte die Kompositionskurse bei Charles Kœchlin. Schnell erregte er die Aufmerksamkeit der Pariser Intelligenz, und Poulencs erstaunliche Negro Rhapsody wurde bei einem Konzert aufgeführt, als er erst achtzehn Jahre alt war. Obwohl Poulenc als Pianist für Aufsehen sorgte, war es der Komponist, der mit der Selbstsicherheit seines Stils den größten Eindruck hinterließ. Satie, Auric, Strawinsky, Gide und Claudel waren alle Bewunderer des jungen Poulenc.

Fanatisch in Bezug auf Kultur folgte Poulenc Cocteaus Rat und versuchte, seine Musik von den allgemeinen Einflüssen Wagners, Mussorgskys und Debussys zu befreien, um einen klaren, artikulierten Stil zu definieren, der Leichtigkeit, Ironie und Humor verbindet. Als Mitglied der Gruppe Les Six gab Poulenc der französischen Musik in der Zwischenkriegszeit neue Impulse. Er und seine Freunde hatten eine Vorliebe für Jazz, Varietés, Zirkusse und Gesellschaftspartys.

Weit entfernt von scheinbarer Oberflächlichkeit zeigt Poulencs Musik große Sensibilität. Hinter dem Lachen verbergen sich Tränen und Melancholie. Seine melodische Erfindungsgabe führte zu zahlreichen, stets raffinierten Werken für Stimme und Klavier. Seine unvergleichlich reiche Kammermusik verbindet sowohl Modernität (Poulenc traf Schoenberg 1922) als auch französische Klarheit. Der neu erfundene Klassizismus, Kindheitsnostalgie, beißender Humor und funkelnde Virtuosität der Musik, die Poulenc hinterließ, sind sehr fesselnd. Dieser „Mönch-Schelm“ komponierte sublime Partituren geistlicher Musik wie sein Gloria und Stabat Mater.

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