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Klavier

Emil Gilels

19. Oktober 1916 - Odessa (Ukraine) — 14. Oktober 1985 - Moskau (Russland)

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Über

Manche Künstler können von ihren inneren Widersprüchen verzehrt werden, doch bei Emil Gilels waren sie alle fruchtbar. Ausgebildet als der archetypische russische Klaviertiger, hatte er sich Anfang der 1950er Jahre bereits zu einem großen klassischen Pianisten entwickelt. Kräftig und kampflustig aussehend, konnte er mit enormer Kraft und Perkussivität in Prokofjew oder Schostakowitsch spielen und mühelos der Herausforderung eines Tschaikowski-Konzerts gewachsen sein, aber auch das Klavier mit einer täuschenden Einfachheit in Scarlatti, Mozart oder Schubert zum Singen bringen. Herz, Verstand und Humor, in perfektem Gleichgewicht gehalten, machten ihn zum großen Beethovenianer seiner Zeit. Brahms brachte seine Wärme zum Vorschein, Schumann und Chopin seinen Sinn für Poesie.

  • 1921: Erste Klavierstunden bei Yakov Tkach in Odessa.
  • 1929: Erstes öffentliches Konzert.
  • 1929–35: Odessa-Konservatorium, Klasse von Professor Bertha Reingbald.
  • 1931: Gewinn des Nationalen Wettbewerbs der Ukraine.
  • 1933: Triumphaler Sieg beim Ersten Allunionswettbewerb der Interpreten in Moskau.
  • 1935–37: Studium bei Heinrich Neuhaus in Moskau.
  • 1938: Erster Preis beim Concours Eugène Ysaÿe in Brüssel, der seine Karriere startete.
  • 1938–85: Lehrtätigkeit (mit Unterbrechungen) am Moskauer Konservatorium, ab 1952 als Professor.
  • 1944: Uraufführung von Sergei Prokofjews Klaviersonate Nr. 8 im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums.
  • 1947: Erster Auftritt als Solist außerhalb der UdSSR. Anschließend Tournee durch Europa.
  • 1950: Gründet ein Trio mit Leonid Kogan und Mstislav Rostropovich.
  • 1955: Erster Auftritt in den USA mit Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 1.
  • 1961–68: Erhält zweimal den Leninorden, den Orden des Commandeur Mérite Culturel et Artistique de Paris und den Orden König Leopold I. in Belgien.
  • 1981: Erleidet nach einem Konzert in Amsterdam einen Herzinfarkt.
  • 1984: Gramophone-Preis für seine Aufnahme von Beethovens „Hammerklavier“-Sonate.

 

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