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Bariton

Dietrich Fischer-Dieskau

28. Mai 1925 - Berlin (Deutschland) — 18. Mai 2012

© 2011 Famous Male Opera Singers

Über

Dietrich Fischer-Dieskaus musikalische Interessen und sein Talent zeigten sich früh in seinem Leben, doch er war kein Wunderkind. Er lernte Klavierspielen von seiner Mutter und setzte das Klavierstudium während seiner Schulzeit fort.

Dietrich Fischer-Dieskau begann als Kind zu singen und nahm mit sechzehn Jahren formellen Gesangsunterricht bei Professor Georg A. Walter. Als er 1943 zur Wehrmacht eingezogen wurde, hatte Fischer-Dieskau gerade sein Abitur und ein Semester am Berliner Konservatorium abgeschlossen. 1947 studierte er kurzzeitig bei Professor Hermann Weissenborn am Berliner Konservatorium, bevor er seine professionelle Karriere begann. Fischer-Dieskau sagte einmal: „Ich habe meine Abschlussprüfung im Konzertsaal bestanden“.

Dietrich Fischer-Dieskaus professionelle Karriere als Sänger begann 1947 in Badenweiler, als er ohne Probe in Brahms’ deutschem Requiem sang – er war ein kurzfristiger Ersatz für einen erkrankten Sänger. Im Herbst 1947 gab er sein erstes Liederrezital in Leipzig und folgte bald darauf mit einem sehr erfolgreichen ersten Konzert im Berliner Titania-Palast.

Im Herbst 1948 wurde Dietrich Fischer-Dieskau als lyrischer Bariton an die Städtische Oper Berlin engagiert und debütierte als Posa in Verdis Don Carlos unter Ferenc Fricsay. Anschließend trat Fischer-Dieskau als Gast an den Opernhäusern in Wien und München auf. Nach 1949 kamen Konzerttourneen in England, Holland, der Schweiz, Frankreich und Italien hinzu. Zwischen 1954 und 1961 trat er regelmäßig in Bayreuth auf und von 1956 bis Anfang der 1970er Jahre in Salzburg (sein Konzertdebüt in Salzburg gab er 1951 mit Gustav Mahlers Lieder eines fahrenden Gesellen unter Wilhelm Furtwängler). Er erntete große Kritikeranerkennung für seine detaillierten, einfühlsamen und fantasievollen Interpretationen sowie für die nahezu unendliche Vielfalt an Klangfarben und Nuancen in seiner Stimme.

Als Opernsänger trat Dietrich Fischer-Dieskau hauptsächlich an der Deutschen Oper Berlin und der Bayerischen Staatsoper in München auf. Er gab auch Gastauftritte an der Wiener Staatsoper, am Covent Garden in London, an der Hamburgischen Staatsoper, bei den großen Opernfestspielen in Bayreuth und Salzburg, in Japan und im King's Theater in Edinburgh während des Edinburgh Festivals. Seine erste Konzerttournee in den Vereinigten Staaten fand 1955 statt, und 1964 gab er sein erstes Liederrezital in der Carnegie Hall in New York City.

Dietrich Fischer-Dieskaus Engagement für zeitgenössische Musik führte zu seiner Mitwirkung an Uraufführungen von Werken vieler Komponisten, darunter Benjamin Britten, Samuel Barber, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Witold Lutosławski, Siegfried Matthus, Winfried Zillig, Gottfried von Einem und Aribert Reimann. Als „der größte Liedersänger der Welt“ (Time Magazine) füllte er regelmäßig Konzertsäle auf der ganzen Welt bis zu seinem Rücktritt Ende 1992. Die präzise artikulierte Genauigkeit seiner Darbietungen, in denen Text und Musik als gleichwertige Partner präsentiert wurden, setzte Maßstäbe, die bis heute Bestand haben. Das heutige weitverbreitete Interesse an der deutschen romantischen Kunstliedtradition ist hauptsächlich seinem Wirken zu verdanken. Vielleicht am meisten bewundert als Schubert-Liedersänger, hatte Fischer-Dieskau laut Kritiker Joachim Kaiser nur einen wirklich ernsthaften Konkurrenten – sich selbst, da er im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neue Maßstäbe setzte, neue Gebiete erschloss und unerwartete Gefühle und Emotionen ausdrückte.

Dietrich Fischer-Dieskau beendete seine mehr als 45-jährige Konzerttätigkeit Anfang 1993. Seinen unankündigten Abschied von der öffentlichen Bühne gab er mit seiner Teilnahme an einem Galakonzert an der Bayerischen Staatsoper in München am 31. Dezember 1992. Seitdem ist er als Lehrer, Dirigent, Rezitator und Autor voll ausgelastet.

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