
Angela Gheorghiu
7. September 1965 - Adjud (Rumänien)
© Ionut Macri
Über
Gheorghiu gab ihr internationales Debüt 1992 am Royal Opera House, Covent Garden als Mimì in La bohème, debütierte später im selben Jahr an der Wiener Staatsoper als Adina in L’elisir d’amore und 1993 an der Metropolitan Opera als Mimì. Es war am Royal Opera House, wo sie erstmals ihre vielgelobte Violetta in La Traviata sang, als zum ersten und einzigen Mal in der Fernseh- und Operngeschichte die BBC ihr Programm räumte, um die Oper live zu übertragen. Im Februar 2022 feierte sie 30 Jahre Auftritte am Royal Opera House mit einer vielgelobten Darstellung der Titelrolle in Tosca. Seit ihrem Debüt am Royal Opera House trat sie an den weltweit führenden Opernhäusern und Konzertsälen auf, ihr Repertoire umfasst unter anderem Mimì, Violetta, Juliette in Roméo et Juliette, Nedda in Pagliacci, Adina, Amelia in Simon Boccanegra, Tosca, Magda in La rondine, Marguerite in Faust, Micaëla in Carmen, Liù in Turandot, Charlotte in Werther und die Titelrolle in Adriana Lecouvreur.
Gheorghiu hat umfangreich für EMI Classics/Warner Classics und Decca aufgenommen und zahlreiche internationale künstlerische Auszeichnungen erhalten, darunter die La Médaille Vermeille de la Ville de Paris, die Auszeichnungen Chevalier und Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres, die Nihil Sine Deo-Dekoration von König Michael I. von Rumänien, den Europäischen Kulturpreis für Musik, den Victoire d'Honneur Award, mehrere Gramophone Awards und zweimal den Female Artist of the Year Award bei den Classical BRIT Awards. Sie spielte die Titelrolle in Benoît Jacquots Film Tosca, der von der internationalen Presse begeistert aufgenommen wurde, und nahm an dessen Premiere beim Filmfestival von Venedig 2001 teil. Außerdem sang sie Juliette in einem Film von Roméo et Juliette.
Gheorghiu trat bei der Wiedereröffnungsgala des Royal Opera House (1999) und des Teatro Malibran in Venedig (2001) auf. Sie sang bei den Gold- und Diamantjubiläumsfeiern von Königin Elisabeth II. auf dem Gelände des Buckingham Palace (2002) und im Royal Opera House (2012). Außerdem sang sie 2002 für Papst Johannes Paul II. in Castel Gandolfo und 2003 beim Nobel-Friedenspreis-Konzert. 2005 sang sie bei der Eröffnung des Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia in Anwesenheit von Königin Sofia von Spanien sowie bei der Silberjubiläumsgala von Königin Beatrix der Niederlande in Amsterdam. 2007 spielte sie die Rolle der Fanny in der Weltpremiere von Vladimir Cosmas Marius et Fanny in Marseille. 2011 sang sie bei der Wiedereröffnung des Bolschoi-Theaters in Moskau und bei der großen Eröffnung des Katara-Amphitheaters in Doha, Katar, wo sie Musik aufführte, die speziell für sie vom legendären griechischen Komponisten Vangelis komponiert wurde. Sie war dreimal Hauptact bei der Last Night of the Proms, im Royal Albert Hall (2003) und in Hyde Park (2000, 2006).
Im Oktober 2018 veröffentlichte Gheorghiu in London ihre erste Autobiografie – Angela Gheorghiu: A Life for Art, geschrieben zusammen mit Jon Tolansky, und im Februar 2021 trat sie zugunsten der Musiker der Metropolitan Opera (Met) in New York auf, die aufgrund virusbedingter Absagen ihrer Vorstellungen kein Gehalt erhielten; die Erlöse kamen über 150 bedürftigen Met-Musikern zugute.
In der Geschichte der Oper strahlt Angela Gheorghiu als seltenes Phänomen: nicht nur als Sängerin/Schauspielerin mit außergewöhnlicher vokaler Technik und tiefgreifender dramatischer und musikalischer Intelligenz, sondern auch als magnetische Kommunikatorin, die die Herzen und Gedanken eines breiten Publikums spektrums durchdringt. Sie hat die höchsten Werte der Opernkunst einer weltweiten Gemeinschaft in ungewöhnlich großem Umfang vermittelt.